Werder am Tiefpunkt: Für Werner ist jetzt genug geredet

Werder-Profi Mitchell Weiser liegt nach dem Pokal-Aus in Bielefeld rücklings auf dem Rasen und hält sich die Hände vors Gesicht.
Frust pur bei Mitchell Weiser und Werder Bremen nach dem Aus im Pokal-Viertelfinale gegen Bielefeld. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Aus im DFB-Pokal, im freien Fall in der Liga: Trainer Werner erwartet gegen Wolfsburg eine Reaktion. Aber dafür muss er die Befindlichkeiten seiner Alphatiere in den Griff bekommen.

Alle Augen waren am Donnerstag auf ihn gerichtet im Presseraum in den Katakomben des Bremer Weser-Stadions: Ole Werner. Wie würde der Werder-Trainer reagieren auf die Krise seiner Mannschaft, die mit dem blamablen Aus im DFB-Pokal am Dienstagabend seinen vorläufigen Tiefpunkt gefunden hatte?

Eine Wutrede à la Trappatoni brauchte man von Werner sicher nicht zu erwarten, wie immer blieb der 36-Jährige eher nordisch-nüchtern bei sich. Dennoch war dem Trainer eine gewisse Angespanntheit deutlich anzumerken. Über die Art und Weise wie schwach sich seine Mannschaft in den vergangenen Spielen präsentiert und im Nachgang gegenseitig noch zerfleischt hatte. Neu schien das für Werner aber nicht zu sein und das gab seinen Aussagen eine leicht bittere Note.

Diese Themen, die jetzt nach außen dringen, sind keine, die wahnsinnig neu für mich sind. Mit denen beschäftige ich mich seit zweieinhalb Jahren in Phasen immer wieder.

Werder-Trainer Ole Werner
Radio-Bremen-Reporterin Janna Betten steht vor einem Bild von Werder-Trainer Ole Werner.

Pokal-Debakel in Bielefeld: Jetzt ist Werder in der Krise

Werder Bremen verliert beim Drittligisten Arminia Bielefeld und scheidet damit im DFB-Pokal-Viertelfinale aus.

Quelle: Radio Bremen

Ursachen für die Werder-Krise

Werder-Spieler Derrick Köhn diskutiert an der Seitenlinie mit einem Mitspieler auf dem Spielfeld, Trainer Ole Werner muss ihn beruhigen.
Bei seiner Auswechslung geriet Werder-Profi Derrick Köhn (Mitte) mit Leonardo Bittencourt verbal aneinander, weil Köhn den Platz sehr langsam verlassen hatte. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Themen also, die Werner zufolge immer dann in seiner Mannschaft auftauchen, wenn es nicht gut läuft. So wie jetzt. Die Folge: Gegenseitiges mit dem Finger auf andere zeigen, Beschuldigungen verteilen und vor allem auf dem Spielfeld nicht mehr füreinander einstehen. An diesem Punkt ist Werder gerade wieder.

"In anderen Mannschaften passiert das auch", sagte Werner, doch diese Erkenntnis macht seine eigene Lage dennoch nicht besser. Werder befindet sich nach nur einem Sieg 2025 im freien Fall und die Ursachen der Krise drehen sich dabei auch im Kreis: personelle Ausfälle, die nicht kompensiert werden können (derzeit Kapitän Marco Friedl), Selbstzweifel nach schlechten Ergebnissen, obwohl die eigenen Erwartungen eigentlich gestiegen sind (Traum vom Europapokal).

Manchmal muss man Dinge ansprechen, das darf man gerne auch mal etwas härter tun, da habe nichts dagegen. Das ist manchmal sogar ganz gut. Aber entscheidend ist, dass man trotzdem drei Tage später auf dem Platz alles füreinander tut. Und dann auch bereit ist, den anderen, der einen Fehler gemacht hat, zu unterstützen.

Werder-Trainer Ole Werner am Donnerstag
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Trainer Werner erwartet Reaktion

Werder-Spieler stehen und liegen nach dem Pokal-Aus in Bielefeld frustriert und enttäuscht auf dem Rasen.
Ein blutleerer Auftritt von Werder Bremen im Pokal-Viertelfinale in Bielefeld. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Aber das mit dem Füreinander klappt derzeit bei Werder offenbar nicht. Der Zusammenhalt in der Mannschaft ist zerbrochen. Sich mal die Meinung zu geigen, sei das Eine, sich danach "zusammenraufen und wieder als Einheit auf dem Platz stehen", das Andere.

Werder wirkte schon nach dem 0:5 in Freiburg weit weg davon, als habe ein internes Donnerwetter in der Kabine irgendwie die Luft gereinigt. "Wir sind eine Gruppe von Alphatieren", erklärte der derzeitige Kapitän Niklas Stark, "da ist es manchmal so, dass Probleme kommen." Angekommen waren die Ansagen, Aussprachen und Ansprachen aber sichtlich nicht. Der Auftritt bei Drittligist Bielefeld wirkte wie ein sportlicher Offenbarungseid.

Es ist nicht damit getan, Dinge anzusprechen. Es kommt auf die Reaktion an. Reden können wir alle viel. Es kommt darauf an, was man auf dem Platz sieht. Und es ist de facto so, dass man aktuell zu wenig sieht.

Werder-Trainer Ole Werner am Donnerstag
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Personelle Ausfälle verschärfen die Lage

Umso mehr liegt der Fokus nun auf dem nächsten Bundesliga-Heimspiel am Samstag um 15:30 Uhr gegen den VfL Wolfsburg. Dass für die Partie nicht nur Marvin Ducksch, Marco Friedl und Romano Schmid definitiv und Michael Zetterer, Marco Grüll und Skelly Alvero eventuell ausfallen, verschärft Werders und Werners Lage noch zusätzlich.

Doch die entscheidende Frage in diesen trüben Tagen bei den Grün-Weißen bleibt: Wird Werder eine Reaktion zeigen? Trainer Werner möchte daran glauben: "Wir haben diese Themen immer wieder in den Griff bekommen", betonte er.

Sportreporter Schiffner zur Werder-Krise: "Brutales Ausmaß"

Bild: Radio Bremen

Spielplan

Datum Uhrzeit Heim Gast Ergebnis
28.02.2025 20:30 Uhr
VfB Stuttgart Stuttgart
Bayern München Bayern
Ergebnis: - zu -
01.03.2025 15:30 Uhr
FC St. Pauli St. Pauli
Borussia Dortmund Dortmund
Ergebnis: - zu -
01.03.2025 15:30 Uhr
VfL Bochum Bochum
1899 Hoffenheim Hoffenheim
Ergebnis: - zu -
01.03.2025 15:30 Uhr
Werder Bremen Werder
VfL Wolfsburg Wolfsburg
Ergebnis: - zu -
01.03.2025 15:30 Uhr
RB Leipzig Leipzig
1. FSV Mainz 05 Mainz
Ergebnis: - zu -
01.03.2025 15:30 Uhr
1. FC Heidenheim 1846 Heidenheim
Borussia Mönchengladbach M'gladbach
Ergebnis: - zu -
01.03.2025 18:30 Uhr
Eintracht Frankfurt E. Frankfurt
Bayer Leverkusen Leverkusen
Ergebnis: - zu -
02.03.2025 15:30 Uhr
1. FC Union Berlin Union Berlin
Holstein Kiel Kiel
Ergebnis: - zu -
02.03.2025 17:30 Uhr
FC Augsburg Augsburg
SC Freiburg Freiburg
Ergebnis: - zu -

Tabelle

# Mannschaft Spiele Siege U Niederlagen Tore Differenz Punkte
1
Bayern München Bayern
23 18 4 1 69:19 50 58
2
Bayer Leverkusen Leverkusen
23 14 8 1 51:27 24 50
3
Eintracht Frankfurt E. Frankfurt
23 12 6 5 49:33 16 42
4
SC Freiburg Freiburg
23 12 3 8 34:36 -2 39
5
1. FSV Mainz 05 Mainz
23 11 5 7 37:24 13 38
6
RB Leipzig Leipzig
23 10 8 5 38:31 7 38
7
VfB Stuttgart Stuttgart
23 10 6 7 41:34 7 36
8
VfL Wolfsburg Wolfsburg
23 9 7 7 46:37 9 34
9
Borussia Mönchengladbach M'gladbach
23 10 4 9 35:35 0 34
10
Borussia Dortmund Dortmund
23 9 5 9 43:38 5 32
11
FC Augsburg Augsburg
23 8 7 8 27:35 -8 31
12
Werder Bremen Werder
23 8 6 9 35:47 -12 30
13
1. FC Union Berlin Union Berlin
23 6 6 11 21:35 -14 24
14
1899 Hoffenheim Hoffenheim
23 5 7 11 30:46 -16 22
15
FC St. Pauli St. Pauli
23 6 3 14 18:27 -9 21
16
1. FC Heidenheim 1846 Heidenheim
23 4 3 16 27:47 -20 15
17
VfL Bochum Bochum
23 3 6 14 22:47 -25 15
18
Holstein Kiel Kiel
23 3 4 16 34:59 -25 13

Legende:

  • Champions League
  • Europa League
  • Europa Conference League Quali.
  • Relegation
  • Abstieg
  • Die Partie Union Berlin - VfL Bochum (1:1) vom 14. Spieltag wurde nachträglich mit 2:0 für Bochum gewertet, nachdem VfL-Keeper Patrick Drewes in der Nachspielzeit von einem Feuerzeug am Kopf getroffen wurde und die Partie nicht zu Ende spielen konnte. Da Union gegen das Urteil Einspruch eingelegt hat, ist es noch nicht rechtskräftig. (Stand 13.01.2025).

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Autorin

Quelle: buten un binnen.

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 27. Februar 2025, 18:06 Uhr